Speleologisches

Posted: 4th October 2006 by mash in allgemein
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Speleologie ist ja eigentlich die Erforschung von Hoehlen und anderen Loechern im Fels. Insofern ist die Ueberschrift nicht wirklich zutreffend. Aber mein Freund Benny, der mich gestern morgen gegen 12:40 aus dem Bett klingelte, koederte mich mit diesem Wort, sowie den Begriffen Heimatkunde und Dokumentarfilm. Zugegeben, ich wollte ohnehin schon lange mal wieder etwas ausserhalb von Schlafzimmer und Arztpraxen unternehmen. Dazu kommt, dass die Begehung einer Hoehle ja wetterunabhaengig erfolgen kann und somit dieser fiese Regen, mitsamt den fetten Wolken eine derartige Expedition nicht ernsthaft gefaehrden kann. Ausserdem hatte ich – aus eben jenem Grund – keine Ausrede parat, so kurz vor dem ersten Kaffee.

Meine Kletterausruestung war – obschon seit Monaten ungenutzt (siehe Bild oben) – nach wie vor gepackt, und so fand ich mich auch schon eine halbe Stunde spaeter auf dem Beifahrersitz von Bennys Passat. Benny entschuldigte sich fuer die fruehe Stoerung und erklaerte mir unterwegs worum es ging – nicht ohne darauf hinzuweisen, dass er auch noch nicht gefruehstueckt hatte und dies nun nachholen werde.
Wir fahren also die alte Schauinslandstrecke hoch, auf der nach dem Krieg auch Rennen ausgetragen wurden – einfach weil die Kurven so geil sind. Mittlerweile gibt es dort alle paar Jahre sogar wieder ein Oldtimerrennen, aber fuer Motorradfahrer wurde die Strecke gesperrt, weil zu viel passiert ist.
Flapp, flapp … Flapp, flappp … machen die Scheibenwischer und das Geblaese kaempft gegen den feuchten Beschlag auf der Frontscheibe. Die Sicht ist hier oben in den Wolken gleich Null, aber das macht nichts, wir kennen die Strecke beide in- und auswendig.
Benny vertilgt einen Schoko-Doughnut, den er in der linken Hand haelt, dazu goennt er sich einen Kaffe, den er aus einem dampfenden Becher in der Rechten trinkt und den Passat steuert er millimetergenau mit den Knien durch die engen Haarnadelkurven der Serpentinenstrecke.

” Das Bergwerk ist eine tektonische und bergbautechnische Besonderheit”, erklaert Benny kauend und ueberholt dabei einen Audi A8. “Es wird bald einstuerzen und soll deshalb endgueltig versiegelt werden. Ich will die letzte Chance nutzen, die Stollen zu dokumentieren. Vor allem den Alexanderstollen …”
So geht das dann noch eine halbe Stunde weiter. Ich interessiere mich fuer Geologie und wenn man in einer ehemaligen Bergbauregion (im Mittelalter) lebt, dann gehoeren Bergwerke zur Pflichtuebung aller Hobbygeologen. Benny erzaehlt mir also nichts Neues und ich war froh, als wir das ehemalige Mundloch des fraglichen Stollens erreichten.
Benny gibt mir ein paar kurze Anweisungen, denen ich entnehme, dass das Betreten des Stollens verboten ist und ich Schmiere stehen soll, bis er das ‘Mundloch geoeffnet’ hat. Aha!
Nach etwas mehr als zwei Minuten taucht er wieder aus dem Unterholz auf und verstaut das Stemmeisen im Kofferraum. Wir schleppen die ganze Ausruestung in den Stollen und Benny erlaeutert, dass es eine Kunst sei, diese versiegelte Tuer, zu oeffnen ohne etwas zu beschaedigen. Okay.

Schliesslich faehrt er den Wagen an einen unauffaeligeren Platz und ich sortiere schon mal die Ausruestung: Videokamera, Stativ, Lampen mit Stativen, zwei Autobatterien (fuer die Stromversorgung der Lampen) Seile, Haken, ein Schlauchboot und eine Pressluftflasche zum Aufblasen desselben. Das sah irgendwie nach Arbeit aus.
Der Stollen ist kuehl, aber nicht kalt und wir schleppen die Ausreustung zunaechst fort vom Eingang durch einen schmalen Gang, bis wir knietief im Wasser stehend schliesslich den Hauptstollen erreichen.

Wasser stuerzt in Baechen aus sechzig Meter ueber uns. Benny leuchtet mit seiner grossen MagLite nach oben und erklaert, dort sei noch ein Stollen obendrueber, der aber uninteressant sei. Wir muessten nach unten. “So hundertzwanzig Meter tiefer ist der Hauptstollen”, doziert Benny.
Nachdem jeder von uns – je einen Teil der Ausruestung schleppend – drei Mal den langen dunklen Gang entlangkeuchte, gewoehne ich mich an das Licht meiner Stirmlampe und bin froh, einen Helm aufgezogen zu haben. Dauernd stosse ich mit dem Kopf irgendwo an. Wir haben die Ausruestung, die wir nicht am Koerper tragen auf einer Halde mit Taubgestein abgesetzt, damit sie nicht im Wasser liegt und Benny will mit den ersten Aufnahmen anfangen. Stative aufstellen, Lampen aufbauen und mit Strom versorgen, dann ein Schwenk mit der Kamera und ein paar Standbilder. 19 Sekunden Videomaterial – dabei gefuehlte 300 kcal. verbrannt.

Extrem finster kommt mir der Gang nun vor, als die hellen Halogenlampen wieder ausgeschaltet sind. Danach geht es genau so weiter. Der Stollen geht einmal nach Sueden und einmal nach Norden. Wir waehlen den Weg nach Sueden obwohl wir eigentlich nach Norden muessten. ” Der Nordteil des Stollens ist eingestuerzt und mittlerweile unbegehbar”, erklaert Benny. “Wir muessen also ueber mehrere alte Fahrschaechte von Sueden kommend die einzelnen Sohlen erreichen um schliesslich an den Alexanderstollen zu gelangen.” Wir passieren alte Fahrschaechte, Wassereinbrueche, und Hoehlen gigantischen Ausmasses. Wenn wir Aufnahmen machen, bekommt man an manchen Stellen einen Eindruck davon, dass man in einem Loch steht, das waagerecht in den Berg getrieben wurde und sowohl unter als auch ueber uns sind weitere solcher Stollen, die man allenthalben durch Verbruch sehen kann. Dann ist ploetzlich ein Loch im Boden oder in der Decke und da geht es achtzig Meter runter – oder hoch. Wir laufen immer hin und her und schleppen die ganze Ausruestung, die immer schwerer zu werden scheint – vor allem die beiden Autobatterien. Zentimetertief versinken unsere schweren Stiefel im Schlamm, wenn das Wasser nicht sowieso kniehoch steht. Wir passieren mehrere Abzweigungen, gehen mal nach oben mal ein paar Meter nach unten und erreichen schliesslich einen Foerderschacht, der im 45°-Winkel nach unten fuehrt. Das enstpricht 100% Gefaelle und ist auf dem schlammigen, glitschigen Untergrund ganz schoen hinterhaeltig – vor allem wenn man dabei gebueckt noch dreissig Kilo Equipment mit sich herumschleifen muss.
Der umgekehrte Weg nach oben ist ohne Gepaeck schon beinahe nicht zu schaffen. Vor meinem geistigen Auge sehe ich uns das ganze Geraffel einfach unten zuruecklassen, mit Ausnahme der Videocassette.
Doch Benny motiviert mich, nachdem wir alles endlich unten haben: “Wir haben schon die ersten sechzig Hoehenmeter gutgemacht.”
Dann folgen einige weitere Videoaufnahmen.
Noch ein Gang, noch mehr Schutt und noch eine Stelle, an der man nur auf dem Bauch kriechend durchkommt. Wir reichen uns das Gepaeck einzeln durch die winzige Oeffnung.

“Jetzt kommt die Schluesselstelle.” Benny ist voellig aus dem Haeuschen als wir in einem fuerchterlich engen Teil des Stollens angelangt sind und deutet auf ein Loch im Boden. MagLite. Aua! Da geht es etwa vierzig Meter senkrecht runter – durch ein winziges Loch. Zuerst in einer Art Schlauch – oder Kamin -, von etwa einem Meter Durchmesser, der nach circa zehn Metern in einen grossen Hohlraum ueber der naechsten Ebene muendet.
Ueber uns haengt ein ehemaliger Fahrschacht, der mit Abraum gefuellt ist und gleich abzustuerzen droht. Benny droeselt die Statik einer derartigen Konstruktion auf und ist sich sicher, dass das noch ein paar Jahre hebt und wir nichts zu befuerchten haetten. Das Problem ist hingegen ein anderes: Die Stelle an der Benny nach unten will ist nur mit einer Strickleiter zu ueberwinden. Die jedoch muss ja irgendwo befestigt werden. Wir leuchten die Waende und den Boden ab. Flusspat glaenzt im matten Licht unserer Lampen, Eisenschlacke wird von Wasser aus dem Gestein gespuelt und bildet in den Nischen der Stollenwand rostrote Pfuetzen. Weissglaenzendes Miargyrit und ockerfarbenes Greenockit lassen das Herz eines Geologen hoeher schlagen und dazwischen ueberall Siderit-Kristalle. Allein, es gibt ausser dem alten Fahrschacht keine Moeglichkeit, die Strickleiter irgendwo zu befestigen.
” Die Luft hier ist praktisch keimfrei”, doziert Benny. ” Daher ist das Holz auch keiner Verwitterung ausgesetzt … Die Zimmermaenner damals muessen ungeheuerliches geleistet haben … Das Holz ist noch 1A …”, sprachs und befestigte mittels zweier Karabiner und einer Bandschlinge die Strickleiter an der abenteuerlich erscheinenden Konstruktion des ehemaligen Fahrschachts. Haette er mich in dem Moment nach meiner Meinung gefragt, dann haette ich dem gesamten Stollen weniger als zwanzig Minuten Halbwertszeit gegeben, aber mich fragt ja keiner und ausserdem brauchen wir die Strickleiter sowieso nur fuer den Rueckweg – wenn sie dann noch da haengt.

Zuerst seilt Benny sich ab und dann liefere ich das ganze Material nach. Dabei versuche ich jeden Gedanken daran zu vermeiden, dass wir dieses Zeugs ja auch wieder hochziehen muessen. Doch schliesslich bin ich dran mit Absteigen und das bringt mich auf andere Gedanken. Etwa fuenf Meter vom Ende unserer Strickleiter entfernt erstreckt sich ein See, dessen Tiefe ich nicht abzuschaetzen vermag, aber Benny befuellt bereits das Schlauchboot mithilfe der Druckluftflasche. “Ich bin da auch schon so durch”, sagt er vertraeumt und funzelt ueber die Wasseroberflaeche. “Aber wir koennten nie die Lampen und das andere Zeug trocken da rueber bringen.”
Ich nicke stumm, auch wenn Benny das vermutlich nicht sieht. Die dreissig Meter, die wir nun mit Hilfe des Boots zuruecklegen loesen ein seltsames Gefuehl in mir aus. Wir schwimmen, nein wir schweben, auf einer Wasserpfuetze unter der sich Luft befindet und ueber der sich ebenfalls Luft befindet. Man schwebt in einem Berg. Unglaublich. Benny filmt – ich paddle. Aber Gefuehle kann man nicht filmen – und ohne die Halogenlampen ist es vermutlich sowieso zu dunkel.
Dann – endlich – sind wir am Ziel dieser abenteuerlichen Tor-Tour angelangt. Der Alexanderstollen liegt vor uns. Wobei es hier natuerlich genau so aussieht, wie in den Passagen, die wir bereits passeirt haben. Warum sollte es auch anders sein. Klar, der Stollen war frueher mal groesser als die anderen gewesen, aber nun ist der durch Einstuerze und Taubgestein, an vielen Stellen auch schmal und niedrig und fuehrt latuernich noch viel mehr Wasser, als die obenliegenden Sohlen. Hydrozinkit wechselt mit Bleiglanz und Schwerspat.

“So jetzt kanns losgehen”, freut sich Benny und ich bin froh noch ein paar trockene Kruemel Tabak vor dem allgegenwaertigen Wasser gerettet zu haben, so dass ich mir nach der ganzen Schinderei eine Zigarette goennen kann. Was mich angeht, so bin ich jetzt schon am Ende und wir haben noch nicht einmal richtig angefangen.

Es war Schwerstarbeit. Man koennte foermlich spueren, was fuer eine Schinderei das gewesen sein muss, fuer die Bergleute im Mittelalter, die hier vor vielen Jahrhunderten taetig waren, um den heimatlichen Bergen ihren Schatz zu entreissen. Wir jedoch dokumentierten das Ganze nur, um es fuer die Nachwelt aufzubewahren. Das heisst, wir haben all die Strapazen in selbiger Absicht auf uns genommen, dies alles fuer die Nachwelt und so weiter…

Benny musste neue Akkus in die Kamera einlegen, ich nutzte den Moment um einige Photos zu machen.

“Scheisse”, ertoente Bennys Stimme ploetzlich vom Schlauchboot. Mit einem kurzen Blick vergewisserte ich mich, dass die Strickleiter noch da war. Sie war noch da – unwirklich hing sie von den jetzt hell erleuchteten Strukturen der Sohle zwischen dem faszinierenden Glitzern von Flusspat und Bleiglanz herunter.
“Ich hab’ die Ersatzakkus fuer die Kamera vergessen.” Benny krustelte in seinem Rucksack.
“Im Auto?” wollte ich wissen.
“Nein, zu Hause.”
“Shit.”
“Shit!”

Ich ging ebenfalls rueber zum Schlauchboot. “Warum laesst du die Luft ab?” erkundigte ich mich.
“Waaas!” “Nee, Scheisse!!” Benny verfiel leicht in Hektik. Das Boot hatte ganz eindeutig Luft verloren. Der Wulst war hoechstens noch zu drei Viertel aufgepumpt. Mit wenigen Handgriffen entluden wir das kleine Boot und drehten es auf den Ruecken. Ein Fetzen Gummi am Bug zeigte uns, dass eine der Kammern aufgerissen war und keine Luft mehr halten konnte.
“Abbrechen?”
“Abbrechen.”
Man muss wissen, wann man aufhoert, bei solchen Aktionen. Wir hatte keine Akkus, um Bennys urspruengliches Vorhaben in die Tat umzusetzen und wenn das Boot noch weitere Schaeden aufweisen sollte, die wir nun nicht sofort erkennen konnten, stand unsere Rueckkehr zum Mundloch auf dem Spiel – zumindest fuer einen Grossteil der Ausruestung. In Windeseile bauten wir die Lampen ab und warfen das Equipment in das Schlauchboot. Ich setzte mich hinein und Benny watete todesmutig, das Boot hinter sich herziehend, durchs Wasser.
In der Mitte des kleinen Sees stand ihm das Wasser fast bis zur Brust. Aber wir wuerden auf unserem Rueckweg noch genug ins Schwitzen kommen, daher kann man ueber ein wenig Feuchtigkeit locker hinwegsehen.
Einen kurzen Moment lang ueberlegte ich, was wohl passieren wuerde, wenn ich nun mitsamt dem Schlauchboot absaufen wuerde. Zuerst erschien mir ein solches Szenario nicht wirklich bedrohlich, immerhin sah ich ja, dass das Wasser nicht sehr tief war. Andererseits waren da auch noch die zwei Autobatterien …
Das eisenerzhaltige Wasser duerfte nach meiner Schatezung einen Elektrolytgehalt im Prozentbereich aufweisen und somit den Strom der beiden Batterien hervorragend leiten. Was wuerde zuerst eintreffen? Tod durch Stromstoss oder komplett galvanisiert und somit der Nachwelt als mahnendes Denkmal im Stollen erhalten zu bleiben …

Ich war schon total geschafft, als ich die ersten zwei Drittel der Strickleiter nach oben kletterte. Das Teil pendelte hin und her und war praktisch nicht zu bremsen. Dann erreichte ich endlich den schlauchfoermigen Kamin, der die letzten acht oder neun Meter bildete und konnte, mit blossen Haenden an der Wand, diese Schwingungen ein wenig daempfen.
Oben angekommen atmete ich nur kurz tief durch, dann gab mir Benny auch schon das Zeichen, dass ich die erste Fuhre unseres Equipments nach oben ziehen sollte. Es war die Hoelle. Jetzt konnte ich mich vollends mit den ehemaligen Bergleuten identifizieren, die hier jahrhundertelang dem Berg seine Schaetze entrissen – im Schweisse ihres Angesichts.

Als schliesslich alles oben war und Benny – mittlerweile ebenfalls oben angekommen – die Strickleiter zusammenrollte, begann der schwerste Part. Wir mussten zurueck. Den ganzen langen Stollen bis hin zu dem Foerderschacht, der steil nach hoben fuehrte und glitschig war, wie Schmierseife. Die Vorstellung auch dort drei Mal mit schwerem Gepaeck nach oben Klettern zu muessen entmutigte mich zugegebenermassen ein wenig.

Doch dann hatte ich eine Idee. “Wie viel Pressluft hast Du noch?”
Benny blickte mich verstaendnislos an. “Nicht viel”, meinte er nach kurzem Zoegern. “Was haeltst du davon, wenn wir das Boot so weit als moeglich aufblasen, das Gepaeck reinlegen und das Boot an einem Seil hochziehen?” erkundige ich mich.
“Super Idee!” Benny ist sofort einverstanden. Immerhin kann das Schlauchboot keinen ernstzunehmenden Schaden mehr nehmen, da es ohnehin schon hinueber ist. Und so pumpen wir den Boden und eine Kammer des Bugwulstes zur Haelfte auf und verladen das Equipment.

Im Nachhinein laesst sich schwer abschaetzen, ob diese Idee wirklich eine wesentliche Arbeitserleichterung war. Denn gerade der Foerderschacht mit seinem grossen Gefaelle und den vielen Stuetzbalken hatte es in sich. Einer von uns musste direkt am Boot bleiben und es durch die schmalen Stellen bugsieren, Steine und Geroell aus dem Weg rauemen und meistens von hinten schieben. Was bedeutete, dass man immer hoch und runterklettern musste – vor und zurueck. Wir wechselten uns dabei des oefteren ab. Das Ziehen des Schlauchboots von oben war noch kraeftezehrender als alles, was wir bislang durchgestanden hatten. ‘Naechstes mal aber nur mit Seilwinde und Flaschenzug’, dachte ich als Bennys Helmlampe, auf und ab huepfend, schliesslich in Sicht kam.

Auch den Rest des Rueckweges legten wir auf diese Art und Weise zurueck und jetzt war es tatsaechlich eine Erleichterung fuer uns. Mussten wir doch nicht mehr alles doppelt und dreifach laufen. Total erschoepft, nass und verschwitzt erreichten wir das Mundloch. Draussen war die Luft warm und feucht. Es hatte aufgehoert zu regnen. Benny holte den Passat und eiligst verluden wir unser Equipment im Kofferraum.

Auf der Rueckfahrt waren wir beide viel zu erschoepft, um uns zu unterhalten. Erst als wir auf dem Parkplatz bei mir zu Hause angekommen waren, sagte Benny zum Abschied, “War doch eine Superaktion – oder?”

-m*sh-

  1. ingalaxis says:

    Indiana Jones ist ein Witz dagegen… 🙂

    Lebt da in diesen alten Stollen überhaupt noch was? (Außer Rosinen und Marzipan, ha, ha…)
    Vielleicht arme, ausgesetzte Yps-Urkrebse?

    • sha-mash says:

      Ich habe jetzt geschlagene 80 Minuten gebraucht, bis ich das mit den Rosinen und Marzipan verstanden habe. Ehrlich.
      Da ich weder Rosinen noch Marzipan noch den Stollen (Kuchen) mag, ist mir (als Geologe) diese Assoziation irgendwie zu weit weg. Aua.
      Aber so besehen ist Dein Kommentar echt witzig. Hab’ mich im Nachhinein weggelacht.
      -m*sh-

      • ingalaxis says:

        Das war auch mein Tageshighlight – Teekesselchen für Fortgeschrittene, würd ich sagen… 🙂

        Und – schön, dass du wenigstens im Nachhinein gelacht hast, das beruhigt mich ja dann doch…

  2. sha-mash says:

    Ganz in der Naehe hat man nun eine Urform von Kaefern der Gattung Coleoptera entdeckt, die dort seit der letzten Eiszeit ueberdauerte.
    “Nebria praegensis” (“Präger Dammläufer”)

    Man nennt das ein Periglazialrelikt. An der Fundstelle (nahe des Ortes Praeg) befand sich in der letzten Eiszeit ein Gletscher (der “Wiesegletscher”).
    Ausserdem findet man in den Hoehlen unter dem Granit stellenweise noch Eis aus der Eiszeit.

    Ansosten leben da auch noch Menschen in der Naehe (vermutlich von der Hand in den Mund) doch unterm Strich ist da der Hund begraben.
    Selbst Fuchs und Hase, die sich dort einst traditionell Gute Nacht sagten sind mittlerweile lediglich in Freiburger Streichelzoos anzutreffen.

    -m*sh-

  3. ingalaxis says:

    Periglazialrelikt?

    Jeden Tag ein neues Wort!

    Was die Käfer wohl seit der Eiszeit so getrieben haben? Ob die in ihrer unterirdischen Käferbibliothek dokumentieren, wie die Menschheit allmählich verdummt, um abschätzen zu können, wann sie die Weltherrschaft an sich reißen?

    Sollte man mal genauer untersuchen…

    Ihr habt nichts Bibliothekenartiges auf eurer Reise zum Mittelpunkt der Erde feststellen können?

    • sha-mash says:

      Ausser einem petroglyphischen Kaefer-Blog war da nichts. Und der Kaefer hat in seinem Blog nur vermerkt, dass er kein Problem damit hat ein paar tausend Jahre zu warten, bis die Menschen wieder weg sind …
      In dem Blog fand ich dann noch einen Kommentar von einem Wurm, der sich darueber lustig machte, dass Menschen Erz aus dem Gestein holen, was man ja bekanntlich nicht essen koenne und dann gab es da noch einen Trackback auf ein weiteres Blog im Similaungletscher (Fundstelle von Oetzi); allerdings fehlt mir die Zeit jetzt da oben auch noch nachzuschauen.
      Muss wohl mal in Bozen anrufen…
      -m*sh-

  4. Nybbler says:

    Wahnsinn! Ich mach mir schon beim Lesen in die Hose! Bitte bitte Link zu Bildern/Videos geben.
    Tnx, Nybbler

    • sha-mash says:

      Dass Du auch ueber literarische Qualitaeten verfuegst, hast Du ja mit dem Mutantenzwerg unter Beweis gestellt.
      Hab da mal kruz gewohnt – und mich total gekringelt ob des Namens.
      -m*sh-

      • Nybbler says:

        Nene, der Mutantenzwerg ist nicht von mir! Von mir ist der tote Zwerg!
        Gibt’s denn Videos?

        • sha-mash says:

          Wir haben die Aktion mit den Videos bislang nicht gemacht.
          Terminprobleme – und meine andauernden OPs – …
          Ich hoffe, das ueber Weihnachten noch machen zu koennen. Veroeffentlicht werden die vermutlich auch nicht. Weil die ganze Sache nicht wirklich legal und mein Freund Benny diesbezueglich ein wenig eigen ist … 🙂
          (Vermutlich wuerde er mich schon erschlagen, wenn er wuesste, dass ich das hier poste.)
          -m*sh-

        • sha-mash says:

          Yep, wir haben heute den Mutantenzwerg gefunden. Und auch Deinen “Zwergentod”.
          Das war spassig, als ich gemerkt habe – neee! mit der Schulter nicht…
          🙂
          -m*sh-